Der Höhepunkt der Tour: rauf auf den Mont Ventoux – Serie: Enduro pur rund um den Mont Ventoux (Teil 8/8)

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Die militärische Spitze des Mont Ventoux. Quelle: Pixabay

Buis-Les-Baronnies, Frankreich (MaDeRe). Keine Reise in die Region rund um den Mont Ventoux ohne einmal den Gipfel erreicht zu haben. Wir wählen von Buis-les-Baronnies eine einfache Offroad-Strecke und Nebenstraßen. Dabei durchfahren wir Ortschaften wie Pierelonge und Mollans Sur Ouvèze. Die Shilouette des Dorfes wird von einer Burg beherrscht, um die sich allerlei alte Häuser gruppieren. Von dort blickt man runter zum Fluss Ouvèze, der wenig Wasser führt, bis auf den heiligen Berg. Nach Rast und Ruh` düsen wir weiter durchs Gelände bis Malaucène im Département Vaucluse, wo wir uns unter dem Uhrenturm, dem Wahrzeichen des typisch provenzalische Städtchen, eine Pause gönnen wie einst der Geschichten- und Geschichtsschreiber Francesco Petrarca oder Papst Clemens V., wenn ihm Avignon zu heiß wurde. Ob die auch leckeren Kaffee und Kuchen bekamen?

Rast vor dem Rauffahren auf den Mont Ventoux (Anfang Oktober 2017). © 2017, Foto: Peter Aansorgh

Nach der sättigenden Erholung geht es nur noch bergauf. Zwei gut ausgebaute Rampen führen auf den 1912 Gipfel. Allmählich wird die Vegetation weniger, bis wir die letzten Höhen- und Kilometer durch eine Steinwüste fahren. Auch als Motorradfahrer halten wir an einem an Tom Simpson erinnernden Denkmal an. Der englische Radrennfahrer bei der Tour de France voll bis oben hin mit Aufputschmittel und Alkohol. Er kollabierte kurz vor Erreichen des Gipfels, fiel vom Rad und starb am Rand der Straße. Weil die Macher der Frankreich-rundfahrt nicht an das 50 Jahre zurückliegende Desaster mit Doping erinnern wollte, wurde der Mont Ventoux in diesem Jahr von der Tour, die länger als 50 Jahre eine des Lügens und Betrügen ist, gestrichen.

Am Denkmal für den Radfahrer Tom Simpson auf dem Mont Ventoux. © 2017, Foto: Peter Aansorgh

Ein paar Meter weiter ist der Gipfel erreicht. Wir sind nicht die einzigen, die das mit Schokolade auf einer Rast bei wenig Ruhe vor lauter Leuten feiern. Unsere Blicke reichen weit in die Alpen. An klaren Tagen könne man bis zu den Pyrenäen gucken, erklärt uns ein Radfahrer. Der Tag ist klar, aber nicht der Blick dieses Bikers. Wir fühlen uns auch ohne Drogen top und erinnern uns mit Jochen Ehlers beim Betrachten der Landschaft rund um den Riesen der Provence an eine Hand voll tolle Tage, die kein Wässerchen trüben können.

Jochen Ehlers (Endurofun Tours, links) und Steff Pribnow (MaDeRe) auf dem Mont Ventoux Anfang Oktober 2020. © 2017, Foto: Peter Aansorgh

Reiseinformationen:

Anreise: Die Drôme erreicht man von Deutschland am besten, indem man das Navigationsgerät einschalten und über die Autobahnen brettert. Vorsicht vor der Maut, die in Frankreich der klammen Kassen hoch ist.

Höchstgeschwindigkeit in Frankreich: 50 in Dörfern und Städten, 90 auf Landstraßen, 110 auf Schnellstraßen und 130 auf Autobahnen (80, 100 und 110 bei Regen). Beachten: Das Bußgeld ist hoch!

Spirt: Benzin kostet in Frankreich noch unter 1,50 Euro. 95 ist immer schwieriger zu bekommen, es wurde durch E10 ersetzt. Nicht alle Motorräder vertragen es. Die Alternative ist „Sans Plomb 98“ (bleifrei), das ist aber teurer.

Bitte beachten: In Frankreich braucht man auch für eine Kreditkarte einen Pin-Code (eine Geheimzahl). Mit normaler EC-Bankkarte kann jedoch fast überall bezahlen bezahlt werden.

Besonderheiten für Biker: In Frankreich sind Motorradfahrer verpflichtet, zwei Alkohol-Tester mitzunehmen. Man bekommt aber kein Bußgeld, wenn man keinen hat. Außerdem muss man in Frankreich immer mit Abblendlicht fahren. Ab 2013 muss eine Motorradjacke 150 cm2 reflektierendes Material haben. Leider sind Blitzer-Meldungen im Navi in Frankreich verboten.

Beste Reisezeit: In der Drôme Provençale herrscht ein überwiegend mediterranes Klima mit heißen und trockenen Sommern und in den Bergen (Vercors) schneereichen Wintern. Der Frühling und der Herbst sind aus meiner Sicht die beste Reisezeit für Motorradfahrten.

Anmerkungen:

Die Recherche wurde von Endurofun Tours und von der Agentur für die touristische Entwicklung der Drôme untersützt. Die Erstveröffentlichung dieser Berichterstattung von Peter Aansorgh erfolgte am 22. Dezember 2017 im WELTEXPRESS.