Auf die Pedale, fertig, los – mit dem Fahrrad durchs Salzkammergut

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Der Mondsee im Salzkammergut. Quelle: Pixabay, Foto: Georgios Polychro

Bad Ischl, Salzkammergut, Österreich (MaDeRe). Steile Berge, tiefe Wälder, schimmernde Seen – das Salzkammergut ist eine Bilderbuchlandschaft, die sich bestens mit dem Fahrrad erkunden lässt. Über tausend Kilometer umfasst das hiesige Radwegenetz. Wobei Rennradler ebenso auf ihre Kosten kommen wie Mountainbiker oder E-Bike-Fahrer. Und überall haben die Touristeninformationen detaillierte Radwanderkarten vorrätig, die gratis ausgehändigt werden.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und landschaftlich schönsten Strecken vereint der Salzkammergut Radweg R2 auf 337 Kilometern Länge. Dabei streift er 13 Seen; einem Badeausflug in Etappen steht also nichts im Wege.

Es handelt sich um einen Rundweg, der aus mehreren Schleifen besteht. Für den Einstieg bietet sich Bad Ischl an, wo sich zwei Schleifen treffen. Außerdem ist die „Kaiserstadt“ gut mit dem Zug erreichbar.

1823 wurde Ischl zum Sole-Heilbad; sogleich fanden sich prominente Kurgäste ein. Kaiser Franz Joseph verbrachte hier gar 82 Sommer. Mit seiner Gemahlin Sissi bezog er ein neoklassizistisches Sommerschloss, das heute als Museum zugänglich ist.

Wir übernachten im Hotel „Goldener Ochs“ direkt an der Promenade der schäumenden Traun. Kaiserpark, Lehár-Villa, die viel gepriesene Konditorei Zauner – alles ist in ein paar Minuten zu Fuß erreichbar.

Für die steigende Zahl der Kurgäste wurde 1891 eigens die Ischlerbahn zwischen Bad Ischl und Salzburg gebaut; mit Bahnhöfen in Wolfgangsee und Mondsee. Dass die 70 Kilometer lange Strecke in den Fünfzigern wieder stillgelegt wurde, kommt heute den Radfahrern zugute: Auf der ehemaligen Bahntrasse wurde ein Radweg angelegt.

Nach der Übernahme der Leih-E-Bikes geht es auf dem ehemaligen Bahndamm zunächst nach Strobl am herrlich türkis schimmernden Wolfgangsee. Der R2 verläuft weiter am Südufer des Wolfgangsees. Im Blinklingmoos, einem Moor-Naturschutzgebiet kann man auf einen Hochstand klettern. Von hier aus genießt man eine weite Sicht über die leuchtende Wasserfläche nach St. Wolfgang mit seiner imposanten Wallfahrtskirche und dem Hotel Weißes Rössl. Dahinter erheben sich die Berge.

Weiter geht es nach St. Gilgen am nordwestlichen Ende des Wolfgangsees. Da sich ein ortstypischer „Schnürlregen“ einstellt, nehmen wir die Fähre, die hier den schönsten Teil des Sees passiert: steile Felsen, verwunschene Buchten, kleine weiße Strände. In St. Gilgen beherbergt das Geburtshaus von Mozarts Mutter ein informatives Museum. www.mozarthaus.info

Hinter St Gilgen erfreuen wir uns an der Schubkraft des Fahrrad-Motors, die uns im Nu durch verwunschene Wälder hoch auf den Kamm bringt; zur Rechten liegt der 1782 Meter hohe Schafberg. Hinter einer Kurve überrascht ein weiterer See, der Krottensee, der sich mit seinen Uferbänken perfekt für eine Verschnaufpause eignet.

Nach dem Abstieg geht es Richtung Attersee, der sich ufernah umrunden lässt. Eine Pause ist dem Komponisten Gustav Mahler gewidmet, der einst seine Sommerfrische am Attersee verbrachte. Direkt am Ufer errichtete er eine spartanische Holzhütte zum Arbeiten, sein „Komponierhäusl“ – weit genug entfernt vom Trubel des Gasthofs Föttinger www.hotel-attersee.at,wo es sich noch heute gemütlich einkehren lässt.

Das Atelier, wo der Maler Gustav Klimt zahlreiche Landschaftsbilder schuf, lassen wir links liegen, um rechtzeitig das Etappenziel zu erreichen: Seewalchen, wo sich einst reiche Familien aus Wien und Linz ihre Sommerfrische-Villen bauten.

Übernachtet wird im Hotel Attersee, das auf einem Steilhang thront und riesige Zimmer mit Seeblick bietet. Das Gepäck ist schon da. Die Reiseveranstalter haben sich auf radelnde Gäste eingestellt und bieten einen Gepäcktransport an, so dass man unbeschwert das nächste Quartier ansteuern kann.

Hinter Seewalchen wird der R2 zu einem malerischen Höhenweg. Dann führt er entlang der Seeache, einem brausenden Flüsschen, das den türkisfarbenen Attersee und den sattblauen Mondsee verbindet. Am südlichen Mondsee-Ufer gibt es einige unbebaute Rast- und Badeplätze. Links oben erheben sich die senkrechten Felsen der Drachenwand. Zeit für eine Einkehr im gleichnamigen Gasthof Drachenwand, der sich in einem 500 Jahre alten Bauernhaus befindet.

Schließlich führt der Radweg bis auf die Seepromenade von Mondsee, wo sich in einem ausgebauten Bootsschuppen das nächste Quartier befindet: die kleine, feine Seepension Hemetsberger. Von hier aus empfiehlt sich ein Spaziergang in den hübschen Ort mit seiner beeindruckenden gotischen Basilika St. Michael. Wer den R2 hier verlassen will, lässt die Leih-Räder abholen und steigt in den Linienbus zum Salzburger Hauptbahnhof.

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