Am sonnenreichsten Punkt Deutschlands – Serie: Lob der Langsamkeit auf MS Sans Souci (Teil 18/24)

Kap Arkona mit den beiden Leuchttürmen an der Nordostspitze von Rügen. © Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther, 2017

Kap Arkona, Rügen, Deutschland (MaDeRe). Schon der Dichter Ernst Moritz Arndt schwärmte von seiner Heimat: „Oh, Rügen! Liebliche Insel, wohin ewig die Liebe sich sehnt…!“ Geruhsame Fahrt durch die Boddenlandschaft. „Gletscher und Schmelzwasser ließen vor rund 10 000 Jahren die See überlaufen und schwappten in die flache Grundmoränen-Landschaft“, informiert Kapitän Grunewald auf der Brücke anschaulich die flachen Wassermulden der Küstenlandschaft.

Im Hafen von Breege auf der Halbinsel Wittow heißt es nach rund 440 Kilometern: Endstation Kap Arkona! Der nordöstlichste und sonnenreichste Punkt Deutschlands grüßt mit seinen beiden historischen Leuchttürmen vom 46 Meter hohen Mergelkliff, an dem die Brandung unermüdlich nagt. Aus luftiger Perspektive schweift der Blick weit über die Ostsee, in die Frachter ihre schaumigen Bahnen zeichnen. Aber auch hinüber zum zehn Kilometer langen Strand der Schaabe-Nehrung, der Karibik-Assoziationen weckt. Dahinter recken sich die weißen Kalkklippen der Stubbenkammer, von sattgrünem Buchenwald umkränzt, in den blauen Himmel. Die Krönung ist der 117 Meter hohe Königsstuhl. Busausflügler werden am Abend davon schwärmen, aber auch vom Fischerdörfchen Vitt, der fürstlichen Residenz zu Putbus mit seiner zirkusförmigen Ortsanlage oder dem Schinkel´schen Aussichtsturm der Granitz mit Sicht auf das neu erstandene beliebte Seebad Binz, das sogar von ICE-Zügen aus München angelaufen wird.

Müde von so vielen Eindrücken, wiegen uns die an der Bordwand leise glucksenden Wellen in den Schlaf. Meint ein Hiddensee- und Rügen-Fan: „Ich hab´ ja schon viel gesehen, aber dieses Revier ist für mich das Schönste.“