Weinschöner Land – Serie: Lebensader Main zwischen Odenwald und Spessart (Teil 1/7)

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Blick von der Henneburg ins Maintal. © Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther

Miltenberg, Deutschland (MaDeRe). Lebensader Main. Das erkannten schon die alten Römer um 100 n. Chr. Wovon heute noch die blühende Region am Mainknie, dem Herzstück des Flusses, ein beredtes Zeugnis ablegt. Mainfranken ist schon längst kein unterfränkisches Niemandsland mehr am Rand von Hessen, Bayern und Baden-Württemberg.

Ein großer Tanker passiert unterhalb der Henneburg. © Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther

Römische Feldherren allerdings machten sich erst mal nur den strategischen Wert der Region zunutze, indem sie in der Nähe den nach Süden verlaufenden Schutzwall „Vorderer Limes“ am Flussufer schlossen. Bis sie quasi die Binnenschifffahrt als Transport- und Lebensader entdeckten. Per Treidel- oder Segelschiff, je nach Flussrichtung, wurden auf dem Main Truppen- und Güter transportiert. Da jedem Legionär pro Tag zwei Liter verdünnter Wein zustanden, waren auch viele Fässer an Bord. Vom 2018er-Trendwein Blanc de noire wussten sie allerdings noch nichts.

Weinberg in der Mainhölle am Hang des Südspessart. © Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther

Im Mittelalter herrschten hier die Churmainzer Bischöfe. Heute wirbt die fränkische Region an der „Nasenspitze des bayerischen Löwen“ als Churfranken für ihre landschaftlichen, kulinarischen, architektonischen und historischen Vorzüge. „Wo der Main am schönsten ist“ meint eine Fremdenverkehrsbroschüre.

Ein einsamer Frachter vor regendunkler Spessart-Kulisse. © Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther