Schwerer Duft des Schnupftabaks – Serie: Sonne über Regensburg (Teil 7/9)

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David- und Goliath-Hausmotiv in der Altstadt. © Foto/BU: Dr. Bernd Kregel, Aufnahme: Regensburg, 25.7.2016

Regensburg, Deutschland (MaDeRe). Bliebe da noch die dunkle Seite von Regensburg, die zum Glück weit zurück liegt. Sie verbirgt sich in den finsteren Kellern und Verliesen des Alten Rathauses und findet ihren Höhepunkt in der noch im Original erhaltenen Folterkammer. Sicherlich war es damals oft leichter, ein Geständnis abzulegen und dafür mit dem Tode bestraft zu werden, als sich unter unmenschlichen Torturen quälen zu lassen. Und dies oftmals unschuldig, so Rathausführer Robert Ebner, da nicht auch der Ankläger unter solch entwürdigenden Umständen zum Wahrheitsgehalt seiner Beschuldigung befragt wurde.

Wie viel angenehmer dagegen die Räumlichkeiten der einstigen Schnupftabak-Fabrik, mit deren Geheimnissen sich Stadtführer Christian Schoppe bestens auskennt. Noch heute liegt ein schwerer Tabakduft in der Luft, wie er sich beim Pulverisierungsprozess der fermentierten Tabakblätter entwickelte bis zur Abfüllung des Tabakpulvers in schmucken Schnupftabakfläschchen. Durch deren Öffnung wurden kleine schwarze Häufchen auf dem Handrücken geschüttet, die sich von dort mit der Nase genüsslich und geräuschvoll in die Nasen-Nebenhöhlen einsaugen ließen. Eine Tradition, daran wird erinnert, die noch von Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt gepflegt wurde.