Potsdam, Brandenburg, Deutschland (MaDeRe). Die Sonne zeigt sich gnädig, nämlich verhalten. Man darf auf das Oberdeck, ohne gleich bei 35 Grad braten zu müssen. Und das im Hochsommer. Tatsächlich zeigt sich dieser Tag angenehm temperiert, dazu weht noch ein frischer Wind. Nicht zu stark, nicht zu schwach.

Und schon beginnt die Fahrt auf der „Sanssouci“, einem wahren Prachtstück und der ganze Stolz der „Weißen Flotte Potsdam“. An diesem Tag macht das Flaggschiff seinem Namen alle Ehren, bedeute er doch auf Deutsch „ohne Sorge“. Tiefenentspannt sitzen die Passagiere auf den Bänken. Die flinke Mitarbeiterin serviert unermüdlich Snacks und Getränke. Darf es ein Eisbecher sein? Oder eine Pepsi?

Schifffahrt in Potsdam. © Foto/BU: Fritz Hermann Köser, Aufnahme: Potsdam, 27.7.2022

Die schönsten Sehenswürdigkeiten Potsdams. In 90 Minuten. Auf dem Wasser. Das Schiff tuckert fast lautlos am Park Babelsberg vorbei. Die Stimme aus dem Lautsprecher beschallt die Anwesenden ununterbrochen mit Informationen. Hier das Schloss, dort der Flatowturm und das Hofdamenhaus. Sogleich geht es unter der geschichtsträchtigen Glienicker Brücke hindurch. Eine Legende aus Stahl, als Agenten-Austausch-Ort ein Symbol für den kalten Krieg. Sogar Hollywood-Gigant Steven Spielberg hat das Bauwerk vor einigen Jahren in dem Streifen „Bridge of Spies“ filmisch verewigt. Die Hauptrolle: Kein geringerer als Tom Hanks.

Auf dem Sonnendeck des Flaggschiffes MS „Sanssouci“ in Potsdam. © Foto/BU: Fritz Hermann Köser, Aufnahme: Potsdam, 27.7.2022

Schon befindet man sich auf dem Jungfernsee. Wer ahnt schon, dass hier die einstige Grenzlinie zwischen Ost und West verlief? Zu beiden Seiten der Havel erstrecken sich Schlösser und Gärten. Diese Landschaft zählt nun zum UNESCO Welterbe, Preußens Könige und berühmte Baumeister hatten dieses Idyll erschaffen.

Herrschaftliche Gebäude in Parklandschaften an der Havel. © Foto/BU: Fritz Hermann Köser, Aufnahme: Potsdam, 27.7.2022

Das Schiff nimmt Kurs auf die Sacrower Heilandskirche. Plötzlich offenbart sich hinter einer Landspitze ein geradezu märchenhafter Anblick. Das Schloss der Pfaueninsel. Ein weiterer Höhepunkt der Fahrt ist der Neue Garten mit seinem Marmorpalais und dem Schloss Cecilienhof, in dem mit der Unterzeichnung des Potsdamer Abkommen im Sommer 1945 Geschichte geschrieben wurde.

MS „Sanssouci“ bietet bis zu 334 Innenplätze, klimatisiert, rollstuhlgerecht, Panoramafenster und eine Glaskuppel über der Tanzfläche. © Foto/BU: Fritz Hermann Köser, Aufnahme: Potsdam, 27.7.2022

Nun ist die Fahrt zu Ende. Kurz vor Verlassen noch schnell einen Blick ins Innere des Schiffes. Es gleicht einem festlichen Saal mit historischem Touch. So festlich, dass sich selbst so mancher Barockfürst hier wohl gefühlt hätte. Kein Wunder, dass dieses Schiff für ganz besondere Zwecke eingesetzt wird. Etwa zu den nächtlichen Schlösserimpressionen. Drei Stunden geht es entlang der prachtvoll illuminierten Schlösser- und Parklandschaft Potsdams. Inklusive Blechbläserkonzert und barockem Feuerregen. Wer will, kann dazu bei einem Schlösser-Menü festlich dinieren. Und alles garantiert völlig sorgenfrei.

Mehr Informationen auf der Heimatseite schifffahrt-in-potsdam.de im Weltnetz.

Anmerkung:

Die Recherche wurde unterstützt von Weisse Flotte Potsdam GmbH.

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