Einst exklusivstes Seebad – Serie: Von Stralsund nach Stralsund mit MS Swiss Diamond (Teil 12/14)

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Die berühmte Hakenterrasse in Stettin. © Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther, Aufnahme: Oktober 2021

Swinemünde, Polen (MaDeRe). „Das mit dem Spaß gilt im Übrigen auch für die ganze Reise“, kommentiert das sein Relingsnachbar, während MS Swiss Diamond in der Oder dreht, um am nächsten Mittag flussabwärts in vier Stunden durch die Kaiserfahrt übers Haff Swinemünde anzulaufen. Begleitet von himmlischen Trompetenklängen hunderter Kraniche.

Die Gäste sind entzückt von dem Schauspiel über ihren Köpfen. Einige ornithologisch Interessierte haben die Reise auch deshalb gebucht. Sahnehäubchen sind dann für sie die See- und Fischadler, die über der Swine kurven, bis die 40.000-Einwohner-Stadt in Sicht kommt. Sie ist natürlich geteilt, weil sie zur einen Hälfte auf der Insel Usedom, zur anderen auf der Nachbarinsel Wollin liegt. Zwischen beiden verläuft die Swine, ein Mündunsgsarm der Oder. Er wurde ab 1818 im Stadtgebiet als Hafen, heute viertgrößter Polens, ausgebaut. Heute ist sie darüber hinaus der wichtigste Fähranleger Polens mit Verbindungen nach Schweden und Bornholm.

Im 19. Jahrhundert war Swinemünde das bedeutendste und exklusivste Seebad an der Ostseeküste, wegen des ab 1824 einsetzenden Badebetriebes und der Entdeckung heilkräftiger Mineralquellen 1897 auch „Perle der Ostsee“ genannt.

Die Rolle als Marinestützpunkt, heute für die polnische graue Flotte, wurde der Stadt 1945 zum Verhängnis, als durch Bombenangriffe 23.000 Menschen ihr Leben verloren und Swinemünde dem Erdboden gleich gemacht wurde.

Fotoreportage

Mehr Fotos in der Fotoreportage: Von Stralsund nach Stralsund mit MS Swiss Diamond von Dr. Peer Schmidt-Walther.

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