
Berlin, Deutschland (MaDeRe). Auffällig ist, dass das Osterfest jedes Jahr auf ein anderes Datum fällt. Das liegt daran, dass die Mondphasen mit den Kalendertagen nicht konform gehen. Ostern wird also immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling gefeiert. Das wurde einst von der Kirche festgesetzt, und deshalb gibt es Verschiebungen zwischen dem 22. März und 25. April.
Ostern ist das älteste Fest der christlichen Kirche und wir feiern es, weil es den wieder erwachenden Frühling ankündigt und sich mit aller Gewalt von den Resten des Winters befreit. Der Gründonnerstag, einen Tag vor Karfreitag hatte mehrere christliche Bedeutungen. Aus Überlieferungen erfuhren wir, dass an diesem Tag alle, die am Aschermittwoch eine Kirchenstrafe erhalten hatten in einer feierlichen Zeremonie wieder in die christliche Gemeinschaft aufgenommen wurden. Zu diesem Zweck schmückte man die Kirche mit grünen Zweigen.
Der Gründonnerstag war aber auch zur Zeit der Leibeigenschaft der Zinszahlungstag. Da Geld damals rar war, wurde den Bauern und Pächtern gestattet, zum Teil in Naturalien zu bezahlen. Eier waren besonders begehrt, weil man den Eiern, welche die Hennen in der Nacht zum Gründonnerstag legten, Zauberkräfte zuschrieb. Verspeiste man die Eier zum Frühstück, sollten Sie im nächsten Jahr vor Krankheit schützen.
Gründonnerstag ist auch der Tag, an dem Christus mit seinen Jüngern das Osterlamm verzehrte und ihnen zum Zeichen seiner Demut die Füße wusch. Einen Tag danach wurde Christus nach biblischer Überlieferung gekreuzigt. Dieser Trauertag ist für die evangelischen Christen der höchste kirchliche Feiertag und wird in stiller Besinnung begangen. Richtig gefeiert und gut gegessen wird dann am Ostersonntag zur Auferstehung des Herrn.
Früher war es üblich nüchtern zur Frühmesse zu gehen, denn dort fand die Speisenweihe statt. Ein Körbchen wurde mit einem besonders schönen Tuch ausgelegt und Brot, Salz, Eier, Schinken, Butter und ein Osterlämmchen kamen hinein. Nachdem der Priester die Speisen geweiht hatte, wurden sie zum Osterfrühstück verzehrt. Heute setzen sich die meisten Familien in einem österlich gestalteten Zimmer zur Mahlzeit zusammen. Birkenzweige in Vasen, behangen mit bunten Ostereiern und Blumensträußen aus Osterglocken, Freesien und Narzissen schmücken die Räume. Der Tisch wird liebevoll mit Ostersymbolen gedeckt und neben der Eier legenden Henne darf nirgends der Osterhase fehlen, der sich im Laufe der Jahrhunderte als Überbringer der Eier durchgesetzt hat.
Der Name des schönen Osterfestes, dass eine Vorahnung auf Licht erfüllte Tage, wärmenden Sonnenstrahlen, ein buntes Blumenmeer und heitere Menschen bietet, dürfte von der Göttin des Lichtes Ostara abgeleitet sein. Zum Dank dafür, dass der Winter vergangen war, brachten die Germanen ihrer Frühlingsgöttin Opfer, in Form von ersten Märzhasen und buntbemalten Eiern. Sie betrachteten das Ei als Symbol der Fruchtbarkeit, aus dem immer wieder neues Leben hervor kommt.
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