Start Europa Ein toller Trip nach Mallorca – Ein sonniges Wohlfühl-Wochenende auf der größten...

Ein toller Trip nach Mallorca – Ein sonniges Wohlfühl-Wochenende auf der größten Balleareninsel

645
0
Teilen
Platja de Palma von Mallorca.
Ein Blick auf die Platja de Palma. © 2018, Foto: Eva-Maria Koch

Palma de Mallorca, Spanien (MaDeRe). „Hier über Genf ist ein Verkehrsknoten-Hotspot, in dem sich internationale Flugzeugrouten kreuzen“, erläutert Kapitän Georges Heinesch im Cockpit von Luxair während der Autopilot übernommen hat. Er weist auf die Radaranzeige des überall blinkenden Armaturenbrettes und nach draußen, wo Flugzeuge aus aller Welt im Höhenabstand von 300 Metern über- und untereinander kreuzen. Von Luxemburg aus über Genf und Marseille fliegen wir nach Palma de Mallorca.

Luxair, die kleine, aber feine luxemburgische Airline mit großem Service, hat auch in Deutschland mit anderen Fluggesellschaften die Bedarfslücke geschlossen, die die Insolvenz und Einstellung von Air Berlin hinterlassen hat. So bedient sie die Flugstrecke Berlin-Saarbrücken und Berlin-Luxemburg in ähnlich günstigem Preissegment wie Air Berlin seinerzeit. Für die Grande Région Saar-Lor-Lux ist das ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor.

So kann man auch von Berlin aus mit einem kleinen Zwischenstopp in Luxemburg nach Mallorca fliegen, um schönere Facetten der Mittelmeerinsel zu entdecken, als uns abschreckende TV-Bilder von alkoholisierten, marodierenden deutschen und britischen Kohorten junger stupider Leute vermuten lassen. Dabei ist Arenal mit dem sogenannten „Ballermann“ nur ein verschwindend kleiner Teil am Rande des Strandgebietes von Palma, der Hauptstadt.

Sanft landen Kapitän Heimich und Copilot Mark, die auch während des Interviews ständig hochkonzentriert auf die vielen Schalter, Hebel und Anzeigenlichter vor sich und an der Decke schauen, die Maschine.

Luxairtours ist unser Gastgeber in einem seiner 66 Hotels auf Mallorca und zwar im Fünf-Sterne-Excellence-Flagschiff der Meliá-Hotelkette Gran Meliá De Mar. Dieses Hotel liegt eine halbe Stunde von Palma entfernt am Meer und ist für Besserverdiener eine Oase der Erholung mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten. Luxairtours gilt gemeinhin als größte Reisegesellschaft in Luxemburg und feiert ihren 50. Geburtstag. Wegen ihres umfassenden, fürsorglichen Services gilt der Anbieter als äußerst beliebt und wird gerne gerade in Reisebüros trotz Bestell- und Bezahlmöglichkeiten im Weltnetz gebucht.

Puerto Portals – exklusiver Edelyachthafen

Nach dem Einchecken im Hotel geht es zum Abendessen in den edlen Yachthafen Puerto Portals, wo die Yachten der Millionäre und Milliardäre vor Anker liegen und super Segelboote sanft auf den Wellen schaukeln. Der Klang der an die Masten schlagenden Taue und Seile begleitet das Schauspiel.

In diesen exklusiven Yachthafen mit teuren Boutiquen und Restaurants verirrt sich sicherlich kein Ballermann-Tourist. Wenn die Hochpreisigkeit nicht abschreckend genug wirken sollte schon, dann die Wachleute, die ungebetene Gäste gar nicht erst hineinlassen.

In der eleganten Tapas-Restaurant-Bar „Baiben“ werden mallorquinische Tapas-Spezialitäten serviert wie Patatas bravas, Arepitas, Conchinita Pibil, iberisches Schwein, Empanadas mit Ochsenschwanz und viele andere mehr. Feiner Rot- und Weißwein des Hauses Baiben begleitet diese leckere Erfahrung.

In den weichen Daunen des Hotel-Luxusbettes begleitet sanftes Plätschern des Meeres vor dem Hotel die süßen Träume von Dolce Vita.

Am nächsten Morgen warten wieder Leckereien. Das umfangreiche Frühstücksbuffet, das auf verschiedenste Geschmäcker ausgerichtet scheint, wird in mehreren Räumen präsentiert. Wie wäre es ausnahmsweise einmal mit einem typischen spanischen Delikatess-Kuchen zum Frühstück? Die Spanier verstehen sich auf Patisserie. Un, dos, tres – darf’s ein bisschen mehr sein? „Du kannst Dich durch das Buffet futtern“, flachst Joe Schröder, einer unserer Gastgeber. Gut gestärkt fahren wir weiter.

Valldemossa – Kartäuserkloster in den Bergen

Valdemossa auf Mallorca.
Valdemossa auf Mallorca. © 2018, Foto: Eva-Maria Koch

Christiane, unsere französische Fremdenführerin, Wahlmallorquinerin, erzählt uns charmant während der Fahrt ins Gebirge von der wechselvollen Geschichte der Sonneninsel (300 Tage im Jahr) Mallorcas, welches, wie alle Mittelmeerinseln, im Turnus mal von Karthagern, Phöniziern, Griechen, Römern, Mauren, Vandalen- und wie sie alle heißen – besetzt wurde. Mallorquinisch sei eine Art Katalanisch – interessant in Anbetracht der aktuellen Unabhängigkeits-Kleinstaaterei-Bestrebung eines Teils der katalanischen Bevölkerung in Katalonien. Es sei eine grüne Insel bedingt durch die Gebirgskette, wo die Wolken abregnen und in einem ausgeklügelten System von Zysternen und Kanalisation Wasser in die weniger bewässerten Gebiete geleitet werden kann. Wir fahren an der mallorquinischen Universität vorbei, wo z.B. Jura, Informatik und Tourismus studiert werden kann.

Vorbei geht die Fahrt an hoch gelegenen Terrassen, eingegrenzt und gestützt durch Steinmauern, auf denen die verschiedensten Produkte kultiviert werden. War es früher Wein (gestoppt durch einen Krankheitsbefall der Reben), so ist es mittlerweile der Mandelbaum, der an erster Stelle zu erwähnen ist, gefolgt von Olivenbäumen- unseren Weg säumen auch Baumschulen von kleinen Olivenbäumen. Gruppen von Rennradfahrern sausen die Serpentinen hoch – ohne Fahrradwege, versteht sich! Unfälle mit tödlichem Ausgang sind nicht selten.

Valldemossa erscheint vor unseren Augen mit seinem 1399 gegründeten Kartäuserkloster. 1835 säkularisiert, wurden die Mönche verjagt und ihre neun appartmentähnlichen Klosterzellen mit ihren Gärten einzeln an Privatiers verkauft.

Refugium Frédéric Chopins und seiner Geliebten George Sand

Eins der Appartment-Klosterzellen wurde im Winter 1838 vom Liebespaar George Sand (Schriftstellerin) und Fréderic Chopin (Pianist und Komponist) gemietet, um Chopins TBC auszukurieren, auf Anraten von Ärzten, die Mittelmeerklima empfahlen. Leider wohl eine Fehlentscheidung – das Kloster hat feuchte, kalte Wände und bei der strengreligiösen Bevölkerung war dieses in unehelicher Gemeinschaft lebende Paar unbeliebt. So weilten sie nur kurz in dieser Ungastlichkeit – wenngleich auch pittoresk und schön. Er komponierte hier die „Regentropfen-Prelude“. Regen begleitet uns auch kurz an diesem Tag hier in diesem Kloster beim Besichtigen ihrer Räumlichkeiten. Chopin-Konzerte im Rahmen von Chopin-Festivals werden hier auch veranstaltet und wir kommen in den Genuss, zwei wunderschöne Walzer-Klavierkonzerte präsentiert zu bekommen in einem Konzertsaal im angegliederten Schloss.

Valldemossa ist ein malerisches Dorf von ehedem. Es besticht durch seine typisch spanische Architektur der damaligen Zeit. Jedoch ist der Ort total touristisch überlaufen. Schon im April tritt man sich fast gegenseitig auf die Füße und eine geführte Touristengruppe jagt die andere. Im Sommer soll es noch schlimmer sein. Wie auch immer, Valldemossa ist sehenswert.

Weiter geht die Reise. Mit dem Bus fahren wir durch die Tramontana-Gebirgskette zum einen Traditionslokal.

Das Restaurant Can Costa

Auf der Terrasse des Restaurants Can Costa auf der Balleareninsel Mallorca. © 2018, Foto: Eva-Maria Koch

Authentische mallorquinische Küche wird in dieser ehemaligen Finca angeboten. Fische, Fleisch und Paella stehen auf der Speisekarte. Uns kredenzt man ein authentisches Gericht nach dem anderen. Auf Tellern tummeln sich Käse, Jamon, gegrillte Minipaprika mit Knoblauch (sehr lecker), panierte Käsebällchen. Allerlei Gemüseplatten mit verschiedenen Beilagen werden geboten. Darunter befindet sich auch Lammleber, die von uns allen abgelehnt wird. Schließlich sahen uns die süßen Osterlämmer nett mähend von den Steinterrassen zu, wo große Schafherden weiden. Der Nachtisch, bestehend aus katalanischer Flan, köstlichen Kuchen und feinem Eis, fand großen Zuspruch.

Das Restaurant in der einstige Finca bietet eine Atmosphäre der Ursprünglichkeit, die das überlaufene Valldemossa vergessen macht.

Eine E-Radfahrt zum Römerkastell Castell de Santueri

Zurück am Hafen von Palma erwarten uns E-Räder, mit denen es bei strahlendem Sonnenschein im Sausetempo hinaufgeht auf sehr schmalen Fahrradwegen (mit Gegenverkehr) entlang der Küste von Palma und seinen Yachthäfen auf einen Berg zum Castell de Santueri – E-Räder fahren fast von alleine. Von hier oben gibt es einen herrlichen Panoramablick auf Palma und seine Bucht. Aber auch in Palma fehlt wohl auf dem Berg Geld – wie in Deutschland – für Fahrradwege und Instandhaltung der Straßen – mit Vorsicht zu genießen.

Ein Kurzbesuch in Palma de Mallorca

Ein Stündchen nahmen wir uns für das Vergnügen und schauten uns vor dem Rückflug die Inselhauptstadt Palma de Mallorca (auch Ciutat (de Mallorques) gennant) an. Die historischen Altstadt lohnt einen Besuch. Die gotische Kathedrale der Heiligen Maria, sie gilt als eine der schönsten Europas, war leider schon geschlossen. Da wird wohl noch ein Besuch Mallorcas nötig sein. Die vielversprechenden bis jetzt gesehenen Facetten bürgen für sich. Hasta luego, Mallorca!

Anmerkungen:

Vorstehender Beitrag von Eva-Maria Koch ist eine Erstveröffentlichung im MaDeRe – Magazin des Reisens. Die Recherche wurde unterstützt von Luxair und Luxairtours.

Kommentieren Sie den Artikel

8 × = 80