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Sandpoint liegt liebenswert zwischen Bergen und Buchten – Unterwegs im Norden Idahos in West-USA

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Idaho, USA.
Petri Heil am späten Nachmittag in Idaho. © Foto: Rainer Hamberger

Sandpoint, Idaho, USA (MaDeRe). Liebenswürdigster Ort der USA – dieser Ansicht waren mehrere Medien als sie der Stadt Sandpoint in Idaho dieses Attribut verliehen. Nur zu gerne stellen die für den Tourismus einer Region Verantwortlichen deren positive Besonderheiten heraus.

Neugierig was es damit auf sich hat besuchen wir den Pfannenstiel Idahos von Kanada aus. Die Einreise auf dem Landweg ist einfach und dauert nur etwa 10 Minuten. Freundliche Einwanderungsbeamte scannen unsere Pässe. Wir füllen ein grünes Formular aus mit den üblichen Daten.

Beim Iris-Scan genügt ein Blick in die Kameralinse. Dann liefern wir noch unsere Fingerabdrücke ab. Aber die Behörden werden ja ohnehin schon alles über uns wissen. Ein Streifen des grünen Formulars wird in die Pässe geheftet, wir bezahlen 6 $ pro Person und können damit für drei Monate unbegrenzt in die USA ein- und ausreisen. Vor dem Abflug nach Europa oder beim letzten Grenzübertritt müssen die eingehefteten Streifen bei den US Grenzbeamten abgeliefert werden. Unser Fahrzeug und das Gepäck sind nicht von Interesse. Mit einem volkstümlichen „Welcome to Idaho – have a save trip“ werden wir freundlich auf die Weiterreise geschickt.

Weizenfelder, Kiefernwälder und Christbaumfarmen

Idaho, USA.
Diese Pferde scheinen es gut zu haben in Idaho. © Foto: Rainer Hamberger

In weiten Kurven über sanfte Hügel führt die Straße nach Süden. Felder werden bestellt, der Schulbus hält vor uns. Diese gelben Busse- auf dem ganzen Kontinent  im selben Design – bringen und holen Schülerinnen und Schüler auch von den entlegensten Winkeln zu ihren Schulen. Sollte ein solches Fahrzeug am rechten Straßenrand anhalten ist es bei Strafe verboten zu überholen. Doch die Jugendlichen haben es gar nicht so eilig nach Hause. Zuerst wird das Smartphone bedient, es könnte ja sein dass es während der letzten fünf Minuten etwas Neues gegeben hat.

Landwirtschaft ist hier die wichtigste Einkommensquelle. In einem breiten Tal geht es durch fruchtbare Landschaften nach Süden. Links und rechts erheben sich Berge bis weit über 2000 Meter Höhe mit Schneefeldern selbst im Sommer. Immer wieder kommen wir an Baumschulen für Christbäume vorbei. Etwa nach einer halben Stunde nähern wir uns einer wichtigen Kreuzung. Große Reklameschilder weisen auf Tankstellen und andere Geschäfte hin; ein Versorgungszentrum in dieser dünn besiedelten Landschaft. Neben Treibstoff gibt es ein Schnellrestaurant, Ersatzteile und einen Antiquitätenladen.

Sandpoint am Lake Pend Oreille

Idaho, USA.
Freundliche Auskunft überall in Idaho. © Foto: Rainer Hamberger

Vom See ist zunächst nichts zu sehen. Breite Straßen führen über Flussbrücken in den Ort. Gleich zu Beginn steht am Ufer einer Bucht die Zweigstelle des Tourismusverbandes der hier Chamber of Commerce heißt. Wir werden mit Informationsmaterial versorgt und ausführlich beraten. Zunächst aber möchten wir den Ort kennenlernen. Wieder passieren wir mehrere Supermärkte, bevor wir ins Zentrum gelangen. Liebevoll instand gehaltene Backsteingebäude aus der Pionierzeit beherbergen allerlei Gewerbe. Moderne Kleidung, Wohnungseinrichtungen im Blockhausstil, Ausrüstungen für Cowboys und Cowgirls, eine ortsansässige Microbrauerei, authentischen Indianerschmuck, Gemäldegalerien. Hier gibt es fast alles um einen interessanten Nachmittag zu verbringen. Sobald man in den Geschäften merkt, dass wir ausländische Besucher aus Europa sind, ergeben sich persönliche Gespräche. Wer selbst noch nicht in Deutschland war hat zumindest Angehörige, die entweder dort Militärdienst geleistet haben oder auch durch Heirat in der alten Welt geblieben sind.

Idaho, USA.
Die neue Art der Fortbewegung in Idaho. © Foto: Rainer Hamberger

„Wart ihr denn schon auf dem Wasser?“, werden wir überall gefragt. Doch das ist für den Abend vorgesehen. Wir möchten auf der Shawnodese eine abendliche Rundfahrt über den größten See Idahos machen. Insgesamt finden sich dazu etwa 30 Passagiere ein. Man kann Snacks, Drinks und Süßigkeiten bestellen.

Dabei erklärt Linda, die Frau des Bootseigners, die nacheiszeitliche Entwicklung dieser Region. Der Lake Pend Oreille ist nämlich ein Überbleibsel eines riesigen Schmelzwassersees nach der Eiszeit. Seinen Namen gab ihm die Form. Der Verlauf seiner Uferlinien erinnert an einen Ohrring.

An diesem warmen Sommerabend denken wir eher an Wassersport und Picknick an sonnigen Ufern. Natürlich bietet der See vor allem um diese Jahreszeit viele Möglichkeiten. Ein neuer, sehr umweltfreundlicher Trend ist gerade „in“: Auf einem Surfbrett stehend sich mit einem langen Paddel durchs Wasser fortbewegen. Abgeschaut hat man sich das wohl bei den Bewohnern Hawaiis. Am Ostufer bei Hope bietet „Action Watersports“ Kurse zum Wasserskifahren und anderen Sportarten an. Außerdem nehmen die Diamont Charters gerne Gäste mit aufs Wasser um den großen Saiblingen mit Profiausrüstung nachzustellen.

Vom Seeufer in die Wälder

Idaho, USA.
Abends auf dem Lake Pend in Idaho. © Foto: Rainer Hamberger

Wie in Europa boomt der Markt mit Mountainbikes. Auch in Sandpoint werden diese Geräte verliehen. Entlang der Ufer führen zahlreiche Trails durch die Wälder. Wer es gerne sportlicher mag fährt hinaus zum etwa 2000 Meter hohen Schweitzer Mountain direkt am nördlichen Stadtrand von Sandpoint. Mit einer modernen Gondelbahn kann man sich auf den Gipfel bringen lassen. Was im Winter als attraktives Skigebiet gilt ist im Sommer ein Eldorado für Mountainbiker. Von hier oben ist zudem eine grandiose Aussicht über den See nach Süden. Zwischen den dunklen Wälder weiter östlich entdecken wir weite Weideflächen. Dort unten liegt unser nächstes Ziel, um das Glück der Erde im Sattel zu erleben. Doch bevor wir Sandpoint verlassen stellen wir einhellig fest, dass wir es zwar nicht beweisen können, hier an einem der liebenswertesten Orte der USA zu ein, aber wir bezweifeln es auch nicht.

Fotoreportage

Mehr Bilder zum Beitrag in der Fotoreportage: Unterwegs im Norden Idahos in West-USA von Rainer Hamberger.

Informationen:

Anreise: Bequem erfolgt die Anreise mit dem Flieger z. B. nach Vancouver oder Calgary/Kanada. Von dort aus auf dem Landweg in die USA per Mietwagen. Das Visum wird problemlos bei der Einreise erteilt. Flüge von Deutschland nach Idaho erfordern mehrmaliges Umsteigen.

Unterkünfte bzw. Reisestationen: Für die Fahrten auf dem Lake Pondereille bei Sandpoint:www.lakependoreillecruises.com; Restaurant am Seeufer: www.trinityatcitybeach.com; zentral, aber ruhig an einem Park gelegen das La Quinta Inn www.laquintasandpoint.com; die Kleinstadt Sandpoint unter www.visitsandpoint.info

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