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La La Langeoog – Ein Traum von einer Insel oder Der Zeltplatz der Jugendherberge Langeoog

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Zelte auf dem Rasenzeltplatz der Jugendherberge Langeoog. BU: Stefan Pribnow, © DJH Jugendherbergen im Nordwesten

Langeoog, Deutschland (MaDeRe). Langeoog ist friesisch. Das Land, die Leute, zumindest deren Naturell, und der Name, der auf Deutsch lange Insel bedeutet, sind es auf alle Fälle. Und friesisch bedeutet herb. Nein, derb sind die Friesen selten und nur wenn es sein muss, was vorkommt, vor allem dann, wenn die Tumben unter den Touristen das Land fluten. Doch die friedliche und milde, die freundliche und weiche Seite von Land und Leuten kommt immer wieder zum Vorschein, wenn Fremde vom Vordergründigen näher rücken. Wer jedoch zu lange verweilt und Freundschaft schließt, der, da ist die Gefahr groß, bleibt oft für immer. Oder kommt immer wieder. Kein Wunder also, dass, wenn man in der Warteschleife des Fremdenverkehrsamts der Gemeinde Langeoog hängt, zu hören bekommt, dass Langeoog „die Insel fürs Leben“ sei. Mitunter wartet man sehr lange, was daran liegt, dass die Leute leben und nicht arbeiten.

Die Insel

Blick von Inseldünen über den Strand auf die Nordsee. © 2016, Münzenberg Medien, BU/Foto: Stefan Pribnow
Blick von Inseldünen über den Strand auf die Nordsee. © 2016, Münzenberg Medien, BU/Foto: Stefan Pribnow

ist nicht einmal die längste unter den Ostfriesischen Inseln zwischen Ems und Weser, zu denen Langeoog, an deren 14 Kilometer langen Sandstrand Badegäste, die sich blöde anstellen, eher weg- als angespült werden, zählt. Aber zur Zeit der ostfriesischen Häuptlinge (Hovetlinge) soll sie es gewesen sein, so erzählen sich die alten Friesen, wenn sie von der guten Zeit sprechen.

Kurtaxe und Steuern sollen damals auch nicht erhoben worden sein. Den Hovetlingen am Mare Germanicum, an der Nordsee also, reichte der Seeraub. Das Strandrecht garantierte ihnen die Erlaubnis, Strandgut in Besitz zu nehmen und als Eigentum zu betrachten.

Strandenlassen durch das legen falscher Leuchtfeuer war auch auf Langeoog nicht unbekannt. Gerne war man schon vor ein paar Jahrhunderten Gastgeber, beispielsweise der Vitalienbrüder, also Leuten wie Klaus Störtebeker. Das ging lange gut. Dann machte die Hanse Schluss mit Lustig, Störtebeker und den Vitalienbrüdern. Und irgendwie auch mit fiesen Friesen. Aus Häuptlingen wurden Herrlichkeiten, alle anderen blieben oder wurden Untertanen.

Die Nachkommen der alten Friesen nehmen seit Beginn des bundesrepublikanischen Reiseverkehrs immer mehr Urlauber auf. Heute ist nicht nur der Tourismus in Ostfriesland der stärkste Wirtschaftszweig, er ist es auch auf Langeoog. Das führt oft dazu, dass mehr Erholungssuchende als Einheimische auf den Inseln zu finden sind und die letzten Friesen auch noch Haus und Hof an Neusiedler und Investoren, die mehr Geld als Gepäck mitbringen, verkaufen.

Immerhin halten einige der Friesen dem Ansturm der Reisenden stand wie einst Asterix und andere in dem kleinen gallischen Dorf den Römern. Die Jugendherberge scheint ein Relikt dieser Resistance zu sein und übt sich im Spagat zwischen Tradition und Tourismus. Leider mussten vor zwei, drei Jahren die herbergseigenen Pferde, die zur Freude aller großen und kleinen Gäste eine Kutsche zogen, weichen.

Die Jugendherberge

Das Hauptgebäude der Jugendherberge Langeoog aufeine Düne der Nordseeinsel Langeoog. BU: Stefan Pribnow, © DJH Jugendherbergen im Nordwesten
Das Hauptgebäude der Jugendherberge Langeoog aufeine Düne der Nordseeinsel Langeoog. BU: Stefan Pribnow, © DJH Jugendherbergen im Nordwesten

befindet sich in einem alten Gebäude aus roten Ziegelsteinen, das auf einer Düne steht. Am Haus führt eine einspurige und gepflasterte Straße vorbei, auf der Urlauber bis zur Meierei und noch weiter bis zum Osterhook am Ostende wandern, radeln oder reiten. Von dort aus können die lieben Leute bis Spiekeroog oder Seehunde gucken.

Die dicke Düne dort trägt den Namen Melkhörn und sei nach Angaben dieser Deutschen Jugendherberge (DJH) „mit ihren 25 Metern“ eine der „höchsten Erhebungen Ostfrieslands“. Die Online-Enzyklopädie „Wikipedia“ gibt in ihren Informationen über Langeoog der Düne immerhin noch 20 Meter. Wie hoch hier und heute auch immer, die Düne verdankt ihrem Namen Melkhörn (=Melkecke) der ersten Meierei, in der bis 1952 „Kühe gemolken wurden“. Immerhin werden dort keine Kur- und Badegäste gemolken. Aus der Meiere wurde eine Jugendherberge.

Küchenkräfte in der Jugendherberge Langeoog im Sommer 2015. © 2015, Münzenberg Medien, BU/Foto: Stefan Pribnow
Küchenkräfte in der Jugendherberge Langeoog im Sommer 2015. © 2015, Münzenberg Medien, BU/Foto: Stefan Pribnow

Immer noch können Gäste darin schlafen, doch in den Sommermonaten nächtigen die meisten in mitgebrachten Zelten. Zum Essenfassen gehen allerdings alle Camper gerne ins Haus.

Kommen wir zur hohen Kunst des Kochens und zur Küche der DJH Langeoog. Die Küchenbrigade bietet Vollverpflegung und das bedeutet morgens ein kräftigendes Frühstück vom Buffet für den Tag. Anschließend kann sich jeder Gast ein Lunchpaket „für später“, wie wir wohlmeinend zu hören bekommen, zusammenstellen, also vor allem Brote schmieren. Abends wird kein kaltes Brot sondern vielmehr ein heißes Abendbuffet geboten. Kaffee gibt es auch reichlich, selbstverständlich auch Tee und Kakao sowie Säfte.

Das Tolle beim Speisen ist, dass sowohl drinnen als auch draußen getrunken und gegessen werden darf. Besonders beliebt sind die Gäste, die nicht nur den Tisch abwischen und das Geschirr wegbringen, sondern zu Handfeger und Schaufel greifen. Besonders angenehm ist, dass in einem Nebengebäude der Herberge noch weitere Getränke sowie Saures, Süßes und Salziges gekauft werden können.

Mehr gute Fee als Herbergsmutter und immer zur Stelle wie hier an der Rezeption der Jugendherberge auf Langeoog im Sommer 2015. © 2015, Münzenberg Medien, BU/Foto: Stefan Pribnow
Mehr gute Fee als Herbergsmutter und immer zur Stelle wie hier an der Rezeption der Jugendherberge auf Langeoog im Sommer 2015. © 2015, Münzenberg Medien, BU/Foto: Stefan Pribnow

Der Empfang für mobile Telefone ist gut, der für mobile Rechner, mit denen man ins Weltnetz möchte, könnte besser sein. Viel besser. Dafür rücken die freundlichen Frauen hinter der Rezeption gerne Spiel- und Sportbedarf raus, sofern vorhanden, und Informationen. Bei Bedarf betreiben sie auch Seelsorge und das nicht nur für verunglückte Internetsurfer.

Wer gerne auf Bildschirme guckt, dem sei gesagt: Vorhanden ist auch ein Fernsehraum, der als Aufenthaltsraum bei weniger gutem Wetter häufig genutzt wird. Dort finden Neuankömmlinge bei Gesellschaftsspielen wie „Carcassonne“, das ich mehrfach in einer Woche mit allerlei Erweiterungen und verschiedensten Akteuren spielte, allerdings mit durchschnittlichem Fortune, schnell Anschluss.

Der Zeltplatz

Brücke mit Bolzplatz und im Hintergrund ein Bereich des schön gelegenen Zeltplatzes in den Dünen der deutschen Nordseeinsel Langeoog. BU: Stefan Pribnow, © DJH Jugendherbergen im Nordwesten
Brücke mit Bolzplatz und im Hintergrund ein Bereich des schön gelegenen Zeltplatzes in den Dünen der deutschen Nordseeinsel Langeoog. BU: Stefan Pribnow, © DJH Jugendherbergen im Nordwesten

liegt günstig am Rande eines Dünentals und abseits des Trubels, andererseits an einen benachbarten Zeltplatz des Landessportbundes Niedersachsen und unmittelbar an einem Fußballplatz der Jugendherberge. Ein schmaler Graben trennt das eine vom anderen Grün. Richtig, die Zelte stehen auf Rasen. Hier wird nicht auf Sand gebaut.

Auch wenn ab und an gebolzt wird, können Camper die unmittelbare Nähe der Natur und genügen Ruhe vor allem in den frühen Morgenstunden und dann genießen, wenn alle Gäste ausgeflogen und die meisten am Strand sind. Stichwort Fliegen. Vor allem Vögel, besonders Möwen, die nah bei in den Dünen Rast und Ruhe suchen, sind zu hören und zu sehen. Keine Frage. Der Zeltplatz ist ein Hotspot für Vogelfreunde und solche, die das werden wollen. Irgendein mehr oder weniger kundiger Ornithologie findet sich vor Ort immer und weiß beim Beobachten von seinen Erfahrungen und Erkenntnissen zu berichten. Vor allem Lach- und Silbermöwen ziehen über dem Zeltplatz ihre Kreise, dass deren Kacke durchaus auf Zeltdächer kleckst, das darf nicht wundern.

Im Vordergrund ein Teil des Zeltplatzes, der Bolzplatz mit einem von zwei Fußballtoren und im Hintergrund das Hauptgebäude der Jugendherberge Langeoog. BU: Stefan Pribnow, © DJH Jugendherbergen im Nordwesten
Im Vordergrund ein Teil des Zeltplatzes, der Bolzplatz mit einem von zwei Fußballtoren und im Hintergrund das Hauptgebäude der Jugendherberge Langeoog. BU: Stefan Pribnow, © DJH Jugendherbergen im Nordwesten

Mitten in der Natur und mitten im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, umgeben von Salzwiesen, Watt und Dünentälern. Oder wie es auf der Webseite der DJH Langeoog heißt: „Der weitläufige Naturzeltplatz ist der einzige auf der Insel. Auf seiner riesigen, gepflegten Wiese bietet sich den maximal 150 Gäste ausreichend Platz, um ihre Zelte auf alle erdenklichen Arten auf- und zusammenzustellen. Strandläufer, Treibgutsammler und Burgenbauer finden ihr Vergnügen direkt hinter den Dünen: 14 Kilometer Traumsand!“

Genau so: Der Zeltplatz ist toll und liegt perfekt! Und so, wie im Spielfilm „La La Land“ zwei hoffnungslose Träumer im Herzen der Handlung stehen, so liegt Langeoog vor der ostfriesischen Küste. La La Langeoog – Ein Traum von einer Insel!

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Jugendherberge Langeoog Zeltplatz

Domäne Melkhörn, 26465 Langeoog, Telefon: +49 4972 276, E-Mail: langeoog@jugendherberge.de

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